Mitsis Family Village Beach Hotel Kos**** – oder wie schlachte ich eine tote Kuh

Mitsis Family Village Beach Hotel Kos**** – oder wie schlachte ich eine tote Kuh

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KOS, die Insel


Wie beinahe ganz Griechenland strotzt Kos vor Geschichte, die bis weit zurück reicht. Von den dorischen Siedlern über die Perser und Hellenen bis zu den Römern habe alle Mächte der strategisch wichtigen, geografischen Position von Kos profitiert. Bekannt wurde Kos auch durch die „Ärzteschulen“, obwohl diese im strengeren Sinne gar noch nicht bestanden. Übrigens zweifeln Historiker auch ein bisschen am hypokratischen Eid. Aber, wir wollen ja keine Geschichtsstunde abhalten sondern von unseren Ferien im Mitsis Family Village Beach Hotel Kos**** berichten. Also, zu unseren Urlaubserfahrungen / unserem Reisebericht….

Als kleine Neufamilie will man im ersten Urlaub mit Baby keine Risiken eingehen. Da darf es auch gerne mal das All-Inclusive-Angebot eines Reiseanbieters sein. Bei uns war dieser Anbieter Bentour. Ob sich das gelohnt hat oder ob es künftig doch wieder selbst gebuchte Reisen gibt, erfahren Sie hier.

Die Planung

Die Planung war im Vergleich zu unseren bisherigen Reisen nach Südafrika einfach. Reise gesehen, Reise gebucht. Aus die Maus. Keine Route zu planen, keine optimalen Flüge zu suchen, kein Auto zu mieten – im Vorfeld einfach mal nichts tun zu müssen, war für uns absolutes Neuland. Wir waren skeptisch, ob das auch alles klappt (der weibliche Kontrolletti dieser Kleinstfamilie war leicht nervös), aber die Dokumentation, die wir von Bentour erhielten, schien alles zu beinhalten, was wir brauchten. Und das beste: das Kapitel „Planung“ in diesem Blog würde so kurz wie keines zuvor.

Die Anreise

Wir waren also das erste Mal mit Kind unterwegs. Nachdem wir uns erkundigt hatten, wie das mit dem Gepäck, dem Kinderwagen und dem Kindersitz an Board läuft (erkundigen Sie sich, ob Ihre Babyschale vom TÜV für Flüge zugelassen ist), konnten wir uns entspannt auf die Reise einlassen. Der Flug mit Edelweiss verlief reibungslos und ohne Turbulenzen (siehe auch Flug mit Edelweiss nach Ibiza…). Dass unser Töchterchen mitspielte und neugierig das Flugzeug betrachtete, machte es uns einfach, den Flug zu geniessen. Der aussergewöhnliche Service von Frau L. Pattaru tat das Seinige dazu.
Auf Kos angekommen, erwartete uns schon der Shuttle. Mitsis Family Village Beach Hotel ist auf einem Hügel ca. 20 Autominuten vom Flughafen entfernt gelegen. Gemeinsam mit einem Ehepaar wurden wir zu unseren Hotels gefahren. Auch hier konnten wir nichts beanstanden, was wiederum dazu führt, dass auch dieser Abschnitt sehr kurz ist.

Der Aufenthalt im Mitsis Family Village Beach Hotel

Im Hotel angekommen, kamen hinter dem Tresen kurz Diskussionen auf. Schnell aber wurde uns ein Schlüssel gereicht und sogar noch ein Abendessen angeboten. Anschliessend wurden wir mit einem Kleinbus ganz nach oben auf den Hügel gefahren. Wir freuten uns schon, ab dem nächsten Tag diesen Weg mit dem Kinderwagen zu Fuss zurücklegen zu dürfen. Wer braucht da noch ein Fitnessstudio…
Im Zimmer angekommen wurde uns schnell klar: da war irgendetwas mit unserer Buchung schief gelaufen. Wir hatten ein Standardzimmer gebucht, aber ein grosses Familienzimmer mit 4 Betten, einem Reisebett für Kleinkinder und einer Küche bekommen, worüber wir im Verlauf der 10 Tage doch sehr froh waren, da wir unsere Tochter so in ihrem eigenen Bettchen schlafen lassen konnten. Die erste Nacht war also angebrochen und wir waren gespannt, was uns in den nächsten Tagen erwartete.

Wir erkunden das Mitsis

Am Morgen sahen wir zum ersten Mal, wie die Hotelanlage aussah. Zusammengefasst: 90-er-Jahre-Chic traff irgendwann auf einen Eimer frischer Farbe. That‘s it. Von Anfang an kam das Gefühl auf, dass man hier aus einem noch nicht ganz heruntergekommenen Hotel mittels Massenabfertigung noch das Maximum herausholen wollte. Das Personal tat uns schon fast ein bisschen leid. Man gab sich die grösste Mühe, jeden Tag ein paar persönliche Worte mit den Gästen zu wechseln, damit das Gefühl aufkam, dass jeder Gast registriert wird.

Das Buffet

Das spiegelte sich leider auch im Buffet wieder. Das Frühstücksbuffet bestand aus acht verschiedenen Salaten. Allerdings mit immer denselben Zutaten: Tomaten, Gurken, Peperoni und Fetakäse. Einfach in anderen Kombinationen. Dazu gab es Speck und Eier in verschiedenen Variationen, eine davon meist mit Restgemüse vom Vortag. Ein kleiner Teil des Buffets bestand aus frischen Früchten. Und für diejenigen, die sich im Urlaub nicht kasteien wollen, gab es Kuchen und Cornflakes. Aber von vier Sternen bemerkten wir hier nichts.

Pünktlich zum Mittagessen wurden dieselben Salate wieder zu Tisch gebeten, dazu Trutenfleisch und eine Sorte Fisch, Kartoffeln, Kartoffelstock, Reis und eine Erbsen-Karotten-Mischung. Meist gab es noch eine griechische Spezialität, in einer anderen Ecke gab es Pasta, die meist mehr als al-dente war mit zweierlei Saucen sowie Pizza Margherita, von welcher einem 1/12 angeboten wurde. Nein, das ist kein Schreibfehler. EIN ZWÖLFTEL. Haben Sie eine Wanduhr zuhause? Genau, fünf nach zwölf ist es dann… Die Früchte und der Kuchen vom Frühstück wurden einfach aufgefüllt, damit wieder alle davon nehmen konnten.

Nun gut, dachten wir uns und hofften auf das Buffet beim Abendessen. Aber man schien einfach die Reste von vorgestern, gestern und dem Mittagessen frei zu kombinieren und neu anzurichten. Dagegen spricht an und für sich nichts, schliesslich müssen wir in Zeiten von food waste alle den Lebensmitteln eine zweite Chance geben. Aber auch eine dritte und vierte?

Attraktionen

Nun sitzt man ja nicht den ganzen Tag beim Essen, sondern man unternimmt auch mal was. Es wurden verschiedene Animationen angeboten und man konnte ein Fitnesszimmer mit einer sehr überschaubaren Ausstattung buchen. Der Pool war einen grossen Teil des Tages leider gesperrt, sodass wir den Hügel ganz hinunter an den Strand gingen. Den Hotelgästen standen gratis Liegen zur Verfügung. Einige Strandbars servierten Getränke und kleine Snacks, die im All-Inclusive-Paket beinhaltet waren. Der feine Kiesstrand und das klare Wasser entschädigten zudem für den Abstieg. Allerdings war dieser kleine Abschnitt allen fünf Mitsis-Hotelanlagen an diesem Hügel zugänglich, sodass wir schnell wieder zurückkehrten.

Wohin auf Kos?

Immer nur in der Anlage zu bleiben, war uns dann doch einfach zu langweilig. Also beschlossen wir kurzerhand, die Hauptstadt der Insel zu besuchen. Zu unserer Überraschung war diese ganze 40 Autominuten entfernt. Und genau so viel in Euro kostete die Taxifahrt dort hin. Das verschlafene Städtchen liegt idyllisch an einem Hafen gelegen. Die engen Gassen laden zum Bummeln ein und dazwischen liegen immer wieder kleinere und grössere Plätze mit Restaurants. Kulinarisch wird sehr auf die Touristen Rücksicht genommen. Auf den Speisekarten finden sich griechische Spezialitäten genauso wie klassische Pizzen.

Auch das nahe am Hotel gelegene Dörfchen Kardamena versprüht diesen mediterranen Charme. Dank unserer Rezeptionistin wurden wir hier auf ein kulinarisches Schätzchen aufmerksam. Das Avli Restaurant liegt in einem kleinen Innenhof, von der Strasse kaum sichtbar. Die Karte ist auf die griechische Küche ausgelegt und bereitet wirklich jedem Gaumen eine Freude. Der Service ist freundlich und zuvorkommend, man fühlt sich sofort willkommen und wie bei Freunden zuhause. Leider neigte sich unser Urlaub schon dem Ende zu, sodass wir nur zwei Mal in den Genuss dieser wirklich hervorragenden Küche kamen.

Fazit

Zusammenfassend würden wir sagen: Bentour sehr gerne wieder, aber bitte nicht mehr nach Kos in diese Hotelanlage. Für den Moment haben wir aber genug von All-Inclusive-Ferien. Die nächste Reise ist schon in Planung, allerdings planen wir wieder selber und freuen uns schon jetzt auf diese nächste Auszeit.

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